3. Regionaler Bildungsbericht für den Landkreis Emsland vorgestellt

Der folgende Artikel wurde in der NOZ am 20.09.2017 veröffentlicht.

Sögel. Immer mehr Kinder zieht es nach der Grundschule auf ein Gymnasium. Dieser Trend ist auch im Emsland deutlich zu erkennen. Diese und weitere Erkenntnisse gehen aus dem neuen Bildungsbericht des Landkreises hervor, der am Dienstag während der Sitzung des Kreisschulausschusses in Sögel vorgestellt wurde.

Wie Erster Kreisrat Martin Gerenkamp erklärte, ist der „Run auf Gymnasien ungebrochen“. Mehr als 40 Prozent aller Schüler wechseln dem Bericht zufolge nach der Grundschule auf ein Gymnasium. Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei rund 35 Prozent. Für Ausschussmitglied Rolf Hopster (SPD) stellt sich dabei die Frage, ob „das der richtige Trend ist und wie viele tatsächlich das Abitur erreichen“.

Eine weitere Erkenntnis des Berichtes ist, dass sich nur noch jeder dritte Schulabgänger auf einen Ausbildungsplatz bewirbt. „Die Folge ist, dass die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen weiter ansteigt“, teilte Gerenkamp mit. Und die, die sich bewerben, suchen sich dem Ersten Kreisrat zufolge „immer die gleichen Berufe aus.“

Unterrichtsversorgung „stark ausbaufähig“

Eine starke Nachfrage erleben indes die Kindertagesstätten im Landkreis. Das Angebot an Ganztagsbetreuungsplätzen ist dem Bildungsbericht zufolge in den vergangenen drei Jahren um 63 Prozent gestiegen. „Der Wunsch nach ganztägiger Betreuung steigt weiter und zeigt sich auch daran, dass 93 Prozent der Schulen im Emsland ein Ganztagsangebot bereit halten“, so Gerenkamp.

Als „stark ausbaufähig“ bezeichnete er indes die Unterrichtsversorgung an den allgemeinbildenden Schulen, die derzeit bei 98 Prozent liegt. Schlusslichter in dieser Statistik sind dem Bericht zufolge die Realschulen und berufsbildenden Schulen.

Schüler ausländischer Herkunft mit Schwierigkeiten

Als „beunruhigende Zahlen“ bewertete Ausschussmitglied Marion Terhalle (FDP), dass jeder vierte Schüler ausländischer Herkunft im Emsland den Hauptschulabschluss nicht erreicht. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können wir uns so etwa nicht erlauben.“ CDU-Mitglied Heiner Reinert merkte in diesem Zusammenhang an, dass er alle bisher vorgelegten Bildungsberichte des Landkreises kenne und sich eines dabei nicht verändert hätte. „Die Zukunftsaussichten ausländischer Schüler sind nach wie vor stark verbesserungswürdig.“

Der Bericht zeigt darüber hinaus, dass im Bereich der beruflichen Bildung jede vierte Ausbildung vorzeitig abgebrochen wird. Im Handwerk wird sogar jede dritte Berufsausbildung vorzeitig beendet. „Auch dieser Herausforderung müssen wir uns stellen“, so Gerenkamp.

„Unfassbare Datenmenge, die umgesetzt werden muss“

Sozialdemokrat Hopster zufolge liefert der Bildungsbericht, der auch Themen wie die Digitalisierung und der demografischen Entwicklung beinhaltet, eine „unfassbare Datenmenge, die nicht einfach stehenbleiben darf, sondern in Handlungen umgesetzt werden muss.“ Christdemokrat Reinert regte an, den Bericht auch in die Kommunen zu tragen, um gemeinsam daran zu arbeiten. Auch Terhalle sieht „vielfältige unmittelbare Handlungsaufforderungen, die angepackt werden wollen.“

Quelle:https://www.noz.de/lokales/soegel/artikel/954330/ansturm-auf-gymnasien-im-emsland-haelt-an

Den 3. Regionalen Bildungsbericht können Sie hier herunterladen, oder als gedrucktes Exemplar per Mail (Patrick.Kleene@emsland.de) anfordern.