Berufsnavigator

Der „Berufsnavigator“ ist ein computergestütztes Verfahren zur Kompetenzfeststellung und Berufsorientierung, das vor Ort in Schulen eingesetzt wird. Er hilft Schülerinnen und Schülern, ihre persönlichen Stärken zu entdecken und den richtigen Berufsweg einzuschlagen. Ziel des Landkreises ist es, das System flächendeckend in allen Vorabschlussklassen der allgemein bildenden Schulen (Hauptschulen Klasse 8, Realschulen und Gymnasien Klasse 9) erstmals zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 und zunächst für drei Jahre einzusetzen. Der Einsatz des Berufsnavigators in den Schulen erfolgt unter finanzieller Beteiligung der Agentur für Arbeit Nordhorn und Leer sowie der Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis Emsland.
Es wird ein zweistufiges Verfahren genutzt: Im ersten Schritt werden die Profile der persönlichen Kompetenzen der Schüler herausgearbeitet. Ein Schüler beurteilt gemeinsam mit drei Klassenkameraden (Peer-Rating) seine persönlichen Fähigkeiten. Über Handsender bewerten die Jugendlichen 50 verschiedene Merkmale (z.B. Belastbarkeit, Bildung, soziale Kompetenz, Ehrgeiz, Intelligenz, Kreativität…) mit Hilfe einer siebenstufigen Skala und erstellen so ein aussagekräftiges und präzises Persönlichkeitsprofil. In einem zweiten Schritt ordnet die Software den individuellen Eignungsprofilen der Schüler passende Berufsbilder zu. Hierfür steht eine umfangreiche und laufend fortentwickelte Datenbank zur Verfügung mit Berufsprofilen für den Gymnasialbereich und für den Haupt- und Realschulbereich.
Im Anschluss an das Beurteilungsverfahren beraten erfahrene Praktiker und Experten die Schüler im Hinblick auf ihre Ergebnisse. In einem persönlichen Gespräch wird für jeden Schüler ein individuell zugeschnittenes Ergebnis erarbeitet, Ziele werden definiert und weitere notwendige Schritte besprochen.

Hinweis:
Der dreijährige Modellzeitraum des „Berufsnavigators“ ist zum Ende des Schuljahres 2010/11 ausgelaufen.
Hierzu wird auf die Bestrebungen des Landes Niedersachsen hingewiesen, wonach Kompetenzfeststellungsverfahren künftig landesweit einheitlich an den Förder-, Haupt-, und Real- bzw. Oberschulen durch Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte dieser Schulen durchgeführt werden.

Gemäß einer Vereinbarung des Nds. Kultusministeriums mit der Regionaldirektion der Agenturen für Arbeit Niedersachsen-Bremen werden die Lehrkräfte und sozialpädagogischen Fachkräfte durch einen externen Träger ab Herbst 2011 qualifiziert werden und sodann die Kompetenzfeststellung in den Schulen (8. Klassen) durchführen. Danach werden sie als interne Multiplikatoren in den Schulen fungieren.
Eine Projektfortsetzung über den Modellzeitraum hinaus wird aufgrund dessen nicht erfolgen.
Nach der überwiegend positiven Einschätzung der meisten Schulen und der regionalen Förderer (Agenturen für Arbeit Leer/Nordhorn und regionale Volksbanken und Raiffeisenbanken) wurde der „Berufsnavigator“ in dem dreijährigen Modellzeitraum als hilfreiches und sinnvolles Instrument der Berufsorientierung wahrgenommen.

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