Hauptsache Hauptschule

Das Projekt „Hauptsache Hauptschule“

Weit über die Grenzen des Kreisgebietes bekannt ist die emsländische Initiative „Hauptsache Hauptschule“. Ziel dieses Projektes ist, im Schulterschluss mit allen Beteiligten die mangelnde Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen effizient zu bekämpfen. Die beteiligten regionalen Akteure haben dazu ein systematisches und nachhaltiges Konzept zur Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung vereinbart.

Im Oktober 2003 hat der Landkreis Emsland in Kooperation mit dem Handwerk, Hauptschulen, Berufsbildenden Schulen und der Bezirksregierung Weser- Ems für das nördliche Emsland eine Zielvereinbarung zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit von Schüler(inne)n abgeschlossen (siehe Foto). Die positiven Erfahrungen haben dazu geführt, dass in 2008 auch im südlichen Emsland und in 2010 auch im mittleren Kreisgebiet vergleichbare Kooperationsvereinbarungen eingegangen wurden, von der sowohl die Förder-, Haupt- und Realschulen als auch die Kreishandwerkerschaft profitieren – und natürlich die Jugendlichen selbst.

Betriebstage
Ein wesentlicher Konzeptbaustein ist eine Ausweitung der Praxisnähe: Um Hauptschüler(innen) frühzeitig an die betriebliche Welt heranzuführen, finden in den Jahrgängen 8 und 9 verstärkt Betriebspraktika statt. Die zuständige Kreishandwerkerschaft trägt mit den Innungen des Handwerks maßgeblich dazu bei, dass entsprechende Plätze in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.

Zusätzlicher Unterricht
Um Defiziten in den Grundkenntnissen und -fähigkeiten zu begegnen, die sich in der praktischen Tätigkeit offenbart haben, wird in den Jahrgängen 8 bis 9 gegenüber den bisherigen Stundentafeln zusätzlicher (Förder-)Unterricht in den Fächern Deutsch und Mathematik erteilt.

Berufsorientierung
In Ergänzung zu den Betriebstagen sollen Fehlentscheidungen bei der Berufswahl zusätzlich durch verschiedene Maßnahmen vermieden werden, z. B. durch Praktika in den Berufsbildenden Schulen und ggf. durch den Einsatz von Fachpraxislehrer(inne)n in den Hauptschulen.

Förderung sozialer Kompetenzen
Die Berufswelt erfordert von Mitarbeitern ein hohes Maß an Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ordnung und Teamfähigkeit. Diese sogenannten Sekundärtugenden sind daher in allen Unterrichtsfächern und im Praktikum maßgeblicher Bestandteil der Ausbildung und werden durch den Einsatz von Sozialpädagog(inn)en an den Schulen bei Bedarf weiter gefördert.

An verschiedenen emsländischen Hauptschulen hat diese Initiative dazu beigetragen, dass an ihnen – bis auf wenige Ausnahmen – alle Schüler(innen) den Hauptschulabschluss erreichen. Damit hat die Initiative auch bei den hiesigen Ausbildungsbetrieben große Anerkennung gefunden, die sich nicht zuletzt in zahlreichen Lehrstellenzusagen nach Abschluss der Praktikumsphase niederschlägt.

Die Initiative „Hauptsache Hauptschule“ ist eine konstruktive Idee und emslandweit ein Gewinn für alle Beteiligten – und wurde nicht zuletzt deshalb von der Landesregierung bereits im Entstehungsjahr als Vorbild für eine landesweite Erlassregelung zur „Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen“ herangezogen, die an Hauptschulen mindestens 80 Tage berufsorientierende Maßnahmen vorsieht.

Praktikumsdatenbank der Kreishandwerkerschaft (KHW) Meppen
Die KHW Meppen hat nach Abschluss der Zielvereinbarung „Mitte“ eine Praktikumsdatenbank erstellt. Mit Hilfe der folgenden Links erhalten Sie einen Überblick über die teilnehmenden Betriebe der KHW Meppen, die über die Datenbank entsprechende Praktikumsplätze anbieten.

Teilnehmende Betriebe

Datenbank

Datenbank (Nachmeldung)