Bildungsreise nach Finnland für emsländische Schulfachleute

Über die Bildungsreise nach Finnland für emsländische Schulfachleute wird auch in der NOZ berichtet. Hier der Artikel von Thomas Pertz, Redakteur NOZ, vom 07.06.2018:

Bildungsblick über den Tellerrand nach Finnland

Lingen. Das Ludwig Windthorst-Haus (LWH), gemeinsam mit der HÖB Papenburg und der Universität Vechta Kompetenzzentrum für Lehrerfortbildung in Niedersachsen, hat eine Bildungsreise nach Finnland beantragt und über das EU-Förderprogramm „Erasmus“ bewilligt bekommen.

Vom 15. bis 22. September werden 23 Schulfachleute aller Bildungsformen im Emsland, überwiegend Leitungskräfte, aber auch Beratungslehrer und Schulsozialarbeiter, in Turku und Oulu über dortige Formen der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams an Schulen hospitieren. Über weitere Einzelheiten informierten Judith Hilmes vom LWH und Günter Fiening vom Netzwerk Schulleitungen in der Bildungsregion Emsland in einem Pressegespräch. Die Antragsstellung war in Kooperation mit dem Netzwerk Schulleitungen erfolgt. Dieses hatte der frühere Emsbürener Grundschulrektor Fiening 2015 ins Leben gerufen.

„Erasmus“-Programm der EU

Wie Fiening und Hilmes erläuterten, ist es erstmals gelungen, Fachkräften aller Schulformen im Emsland eine solche Bildungsreise über das „Erasmus“-Programm mit einer Fördersumme von über 59000 Euro zu ermöglichen. Die Platzvergabe für die Fahrt war auf der Grundlage eines jeweiligen Bewerbungsschreibens erfolgt.

Im Mittelpunkt der Bildungsreise nach Finnland, das in Sachen Bildungsvermittlung seit den Pisa-Studien in Europa eine hervorgehobene Stellung einnimmt, steht nicht so sehr die Unterrichtsvermittlung. Vielmehr geht es den Angaben von Fiening und Hilmes zufolge darum, zu erfahren, wie in Finnland mit multiprofessionellen Teams an den Schulen gearbeitet wird.

Solche Teams gibt es auch in den Schulverbünden der Bildungsregion Emsland. Gemeint ist damit innerhalb der Schulen zum Beispiel die Kooperation von Schulsozialarbeitern, pädagogischen Fachkräften und anderen, aber auch eine Zusammenarbeit zwischen den Schulen als Instrument der Qualitätssicherung. In Finnland sind diese Teams aber, wie Hilmes und Fiening erläuterten, umfassender aufgestellt: So sind auch Psychologen und Ärzte Teile dieser Organisationen an den jeweiligen Schulen.

Das Emsland sei eine erfolgreiche Bildungsregion, sagte Fiening. Gleichwohl sei der „Blick über den Tellerrand“ wichtig, um dann zu schauen, was auf die Region übertragbar sei. Dazu dient ein Nachbereitungstreffen im November, um Ideen zur Erweiterung der Arbeit in den Schulverbünden zu entwickeln.”

 

Quelle: https://www.noz.de/lokales/lingen/artikel/1252953/bildungsblick-ueber-den-tellerrand-nach-finnland